Historie

Die schönste Industriehalle Deutschlands:

Die Alfred-Fischer-Halle

Die Alfred-Fischer-Halle in Hamm wird gerne als schönste Industriehalle Deutschlands, als Kathedrale der Industriekultur, bezeichnet.

Das kommt nicht von ungefähr: Die ehemalige Maschinenhalle der Zeche Sachsen im Stadtteil Heessen ist mit einer Fläche von rund 3000 m² der größte Veranstaltungssaal im Hammer Stadtgebiet.
Die Zeche Sachsen wurde im Jahr 1912 gegründet. Die neue Schachtanlage erhielt ihren Namen nach der Provinz Sachsen, in der ihr Begründer, die Mansfeldsche Gesellschaft, ihren Sitz hatte.
Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete ein großer Teil der Einwohner Heessens auf der Zeche – von rund 5.000 Einwohnern waren dies 1.900 Personen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nur durch den Einsatz von Zwangsarbeitern erreicht. Eine Schlagwetter-Explosion im Flöz „Präsident“ am 3. April 1944 - einer von zahlreichen Unglücksfällen - forderte insgesamt 169 Todesopfer, unter ihnen zahlreiche dieser Zwangsarbeiter. Die Stilllegung der inzwischen unrentabel gewordenen Zeche Sachsen erfolgte im Jahr 1976.

Die Alfred-Fischer-Halle, ein imposanter Backsteinbau, besticht durch ihre moderne sachliche Architektur im Sinne der Bauhaus-Bewegung. Architekt der in den Jahren 1912-1914 erbauten und 1922-1925 durch weitere Bauten ergänzten Halle war der ruhrgebietsweit aktive Professor Alfred Fischer (*1881 – †1950), nach dem das zeitweise als „Öko-Halle“ bezeichnete Bauwerk im Jahre 1999 umbenannt wurde.
„Es wird viel gebaut, aber wenig gestaltet“, kritisierte der Architekt stets seine Berufskollegen und wollte mit seinen Gebäuden das Gegenteil beweisen. Über 150 „Fischer-Bauten“ prägten das architektonische Gesicht des Ruhrgebietes entscheidend mit: Der 1929 fertig gestellte RVR-Verwaltungssitz in Essen gilt als sein bekanntestes Bauwerk, auch der Förderturm der ehemaligen Zeche Königsborn III/IV in Bönen entstammt seinen Entwürfen. Fischer studierte in Stuttgart Architektur und leitete in den Jahren 1911-1933 die Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Essen, die spätere Folkwangschule. 1921 erkannte man ihm den Professoren-Titel zu, 1929 ernannte ihn die Technische Hochschule Hannover zum Doktor-Ingenieur Ehren halber (Dr.-Ing. E.h.).

Seit ihrer technischen Modernisierung in den Jahren 2002 und 2003, in deren Rahmen mit 2,5 Millionen Euro aus Mitteln des Landes NRW unter anderem die Beheizung und Lüftung sowie die Akustik und Veranstaltungstechnik aufgewertet wurden, wird die Alfred-Fischer-Halle auch und besonders für überregionale Events ausgewählt. So finden dort Großkongresse wie zum Beispiel der Landesparteitag der FDP-NRW oder die Regionalkonferenz der CDU Deutschlands genauso wie herausragende Kulturevents (Klavier-Festival-Ruhr, Ruhrtriennale, KlassikSommer Hamm etc.), stilvolle Gala-Veranstaltungen, Präsentationen, Tagungen, Seminare sowie Ausstellungen und Messen ein passendes „Zuhause“.
Durch die Vielzahl dieser Veranstaltungen ist das Baudenkmal Alfred-Fischer-Halle mittlerweile auch über die Stadtgrenzen hinaus als besondere Event-Adresse im Herzen Westfalens bekannt geworden.


Bild: Zeche Sachsen

Bild: Ehemalige Maschinenhalle

Bild: Turbine in der Maschinenhalle


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